Living under the Rock


Datum:

KünstlerInnen:

Klara Fischer, Li Huhn, Dayoung Jung, Laila Kamil, Brigita Kasperaitė, Arno Selle, Ria Schöneberger, David Schröder, Svetlana Shilankova, Ona Barbora Šlapšinskaitė, Liu Tianxu, Vincent Wolff



Das Sprichwort „unter einem Felsen leben“ deutet auf ein Leben in Isolation hin. Der ehemalige Stasi-Bunker, fünf Meter unter der Erde gelegen, gebaut, um in Krisenzeiten zu funktionieren, wurde von Anfang an dysfunktional. Ein Ort, der mit der täglichen Routine getarnt war, ein Ort, der nicht gefunden werden sollte, und so war er ein isoliertes Objekt des Wissens über sich selbst.
Heute finden wir einen Ort vor, der vielfach überschrieben wurde. Eine Architektur ohne Funktion, ein Rückzugsort, der aufgrund seiner massiven materiellen Beschaffenheit aus Beton wohl für immer bleiben wird, aber aufgrund der nahezu dysfunktionalen atmosphärischen und räumlichen Qualität nur schwer anzueignen ist – ein Negativraum als immersive Installation, horizontal unter die Erde gelegt und darüber die wuchernde Natur.

Die Arbeiten der Künstler*innen nähern sich diesem komplexen Ort auf eine intuitive, poetische wie körperliche Weise. Vielfältige Überlagerungen der historischen, materiellen und sensorischen Spuren unter und über der Erde versammeln sich hier in ihrer Vielfalt zu etwas Ganzem, vielleicht einer dritten Landschaft, die nur schwer definierbar, aber somatisch erlebbar ist. Die künstlerischen Beiträge verstärken diesen Ort, dem nun für kurze Zeit weitere Schichtungen hinzufügt werden, die den Eindruck der Verfremdung verstärken und gleichzeitig die Zukünfte hinterfragen und neue Kontexte für den Ort vorschlagen.

Ein Ausstellungsprojekt der Klasse Installation und Raum der HGB Leipzig. Organisiert von Joachim Blank und Anna Raczynska in Zusammenarbeit mit Fabian Lehmann.